September 2014

Im Museum

Episode 18

Letztes Wochenende stand ein Besuch im Naturhistorischen Museum auf dem Zwergenprogramm. Und zwar nicht einfach mit Mami oder Papi, sondern mit dem Zwergenopa – was natürlich noch viel aufregender ist. Da kriegt man die volle Aufmerksamkeit und alle Zeit der Welt, die Dinosaurierskelette, Versteinerungen und ausgestopften Tiere von allen Seiten zu beobachten. Und man kann so oft „Was ist das?“ fragen, wie man will, man kriegt immer eine ausführliche Antwort.
So kamen also die Zwergenprinzessinen voller neuer Erkenntnisse und Eindrücke von ihrer Expedition in die Vergangenheit nach Hause. Bewaffnet mit dem Museums-Memory.

Es ist überflüssig zu erwähnen, dass wir die darauffolgenden Tage damit verbrachten, Memory zu spielen. Nicht nur, dass damit mein Kurzzeitgedächtnis hart auf die Probe gestellt wurde (wie können die sich das bloss immer so schnell merken?), ich wurde auch auf mein Allgemeinwissen hin getestet.
„Weisst du, was das ist?“, werde ich gefragt, als die Karte mit dem Mammut aufdecke. Völlig klar, dass das neu erworbene Wissen demonstriert werden will. „Keine Ahnung“, antworte ich brav, „ein Elefant mit Haaren?“ – „Neeeeiiin! Das ist ein Mammut!“- „Oh, ach so“. Weiter gehts: „Und was ist das?“- „Ein Fuchs?“ – „Neeeeiiin! Ein Schneehund, natürlich!“ Augenrollen – wie kann man so ein Banause sein? Dann kommt der Homo Erectus. „Das ist jetzt aber ein Affe!“, provoziere ich. „Neeeeiiin! Das ist im Fall ein gestorbener Mensch! Der hat nur ein Affengesicht, aber sonst nichts.“ – „Wirklich wahr?“ – „Ja, die sahen einfach so aus, die alten Menschen. Aber die Frauen nicht. Die waren hübsch.“ Dann bin ich ja beruhigt.

Zu guter Letzt kommt eine Versteinerung. „Ist das eine Schnecke?“, frage ich vorsichtig. „Ja! Und weiss du, wie gross die ist?“ – „Hmmm … vielleicht so?“, antworte ich und zeige mit den Fingern einen kleinen Abstand. „Neeeeiiin! So gross wie dieser Tisch! Also wirklich!“ Jetzt reicht’s der Zwergenprinzessin. Mit so viel Unwissen kann sie einfach nicht mehr umgehen. Nach einer bedeutungsvollen Pause sieht sie mich an und seufzt: „Mama, es ist also wirklich mal Zeit, dass du ins Maturistische Museum gehst! Und ruf den Opa an. Damit er’s dir erklärt“. Ok. Dann weiss ich jetzt, was ich zu tun habe…

Advertisements
Standard

Ein Gedanke zu “Im Museum

  1. Opa Wackelknie schreibt:

    Herzlichen Dank, Zwergenmama, für diese Beschreibung des Besuches im Museum. Auch ich habe meine Enkel ins Naturhistorisches Museum geführt, aber hatte weniger Glück mit meinen hochgestochenen Erklärungen. Zuerst musste ich viel über den Tod und das gefressenwerden wissen. Wer wen und wann frass, und wann und wie allesamt sterben mussten (Bubenzwergen sind halt so). Dann kam das Gaudi mit den Ameisen: Im Saal befand sich ein Mikroskop, und man konnte verschiedene Ameisenarten wahlweise betrachten. Auch hier war der Tod der ständige Begleiter. Ein grosses Glück war es, dass im selben Saal eine Ameisenkolonie sich mit Herumschleppen von Blättern in Plexiglassröhren beschäftigte, wobei die Fragen um den Tod und Verzehrung von Artgenossen erst ein definitives Ende beim Besuch des echten Bienenstockes hatten – auch für mich faszinierend. Für alle Grossväter: Ab ins Museum! Alle Exponate welche berührt werden dürfen sind gekennzeichnet, und es sind nicht wenige!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s